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Yael Bartana
19. Oktober 2024 – 18. Januar 2025
Kuratiert von Janika Jähnisch & Tom Schremmer

Midnight, eine Ausstellung von Yael Bartana (*1970, Israel), entwirft einen Zeitpunkt, an dem sich gegensätzliche Möglichkeiten berühren. Die Künstlerin schafft mit ihrer Arbeit Pre-Enactments – eine Methode, die Vergangenheit und Gegenwart überlagert, um die Möglichkeiten zukünftiger Ereignisse zu erkunden. Midnight ‘prä-inszeniert’ Szenarien, in denen Frauen in Krisenzeiten die Führung übernehmen. In Two Minutes to Midnight versucht eine ausschließlich aus Frauen bestehende Regierung, die unmittelbar bevorstehende nukleare Bedrohung durch ein anderes Land abzuwenden. Die Arbeit Mir Zaynen Do! (We are Here) bringt hingegen zwei diasporische Gemeinschaften in São Paulo zusammen: Den jiddischen Chor Coral Tradição und die Ilú Obá De Min, ein afro-brasilianisches Percussion-Ensemble, das seine Wurzeln in der Candomblé-Religion und dem Quilombismo hat.

Der Ausstellungstitel Midnight bezieht sich auf die von multiplen und globalen Krisen geprägte Gegenwart: weltweite Kriege, der internationale Rechtsruck, allgegenwärtiger Rassismus und Chauvinismus und die fortschreitende Zerstörung unseres Planeten verdunkeln die aktuelle politische Lage. Die „Doomsday Clock“, die ursprünglich 1947 vom „Bulletin of Atomic Scientists“ geprägt wurde, ist ein symbolisches Messinstrument für die Bedrohung unseres Planeten durch globale Katastrophen. Sie steht nun nicht mehr zwei Minuten vor zwölf, sondern schlägt bereits zur vollen Stunde. Der einzige Weg, diese Krise umzukehren, ist mittels in der Gegenwart gedachter Szenarien, in denen es durch die Bildung von Allianzen und kollektivem Handeln gelingen kann, die Zukunft neu zu gestalten.

Grafikdesign: Sophia Krayc

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