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Leyla Yenirce
27. Juni 2026 – 12. September 2026
Kuratiert von Janika Jähnisch

Mit Serê Çîya präsentiert der Kunstverein 47m Contemporary eine Einzelausstellung der Künstlerin Leyla Yenirce (*1992 in Qubînê, Kurdistan, lebt und arbeitet in Berlin). In multimedialen Arbeiten zwischen Video, Sound, Performance und Malerei entstehen Verbindungen zwischen mehreren geografischen Räumen: den kurdischen Bergen, dem Leipziger Fockeberg und dem Pariser Montmartre. Sie werden zu symbolischen Trägern von individueller und kollektiver Erinnerung, Herkunft, Verlust und Widerstand.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Videoarbeiten Being Strong Is Hard (2021) und die ortsspezifische Neuproduktion Selbstportrait in Leipzig (2026). Während Being Strong Is Hard als dichter, audiovisueller Strom Fragen nach Widerstand und medialer Bildproduktion verhandelt, zeigt die eigens für die Ausstellung entstandene Arbeit Selbstportrait in Leipzig die Aneignung des Leipziger Fockebergs durch körperliche Bewegung. Der aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs entstandene Hügel wird dabei zugleich Spielplatz, Bühne und Erinnerungsort der Künstlerin, die den Ort in kontinuierlicher Bewegung durchstreift.

Im räumlichen Höhepunkt des Kunstvereins - der 47 Meter über Straßenniveau gelegenen Kuppel - ist ein akustischer Erfahrungsraum installiert: Yenirces Album Souvenirs (2024) tritt in visuelle und räumliche Konfrontation mit dem Panorama des Leipziger Stadtraums. Entstanden während eines Aufenthalts Yenirces in Paris, wo die Künstlerin das Album mit Blick auf die auf dem Montmartre gelegenen Basilika Sacré-Coeur komponierte, verbindet das Werk als Archiv persönlicher und kollektiver Erinnerungen Stimmen, Field Recordings und atmosphärische Klanglandschaften zu einer Erzählung über Herkunft und Vertreibung.

Serê Çîya (Kurdisch für „auf dem Gipfel des Berges“) entfaltet eine mehrstufige Topografie, in der Vergangenheit und Gegenwart, individuelle Erfahrung und kollektives Gedächtnis aufeinandertreffen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sich historische Gewalt, politische Kämpfe und persönliche Erinnerungen in Landschaften einschreiben.

Kuratorische Assistenz: Arto Schudy & Hannah Lüken
Grafikdesign: Yun Kuo

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